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Heiser nach dem Singen oder Sprechen? 9 Tipps für eine geölte Stimme!

Nicht selten begegnet mir bei Menschen, die zu mir in den Unterricht oder zu Workshops kommen, das Thema Heiserkeit- und zwar sowohl beim, bzw. nach dem Singen als auch nach (oft längerem) Sprechen.

Die Ursachen dafür können vielfältig sein. Meist bekommt man das Thema aber mit ein paar Übungen und „Tricks“ in absehbarer Zeit wieder in den Griff.
Hier sind meine Tipps dazu:

  1. Klingt banal und abgedroschen, ist es aber nicht: Trinkst Du genug?
    Ohne eine regelmäßige Wasserzufuhr wird „die Stimme“ trocken und kratzig klingen; häufiges Räuspern kann auch damit zusammenhängen.
    Wasser ist sehr wichtig für die Schleimhäute, die auch unsere zwei Stimmbänder „ummanteln“.
    Hat unser Körper zu wenig Flüssigkeit, trocknen die Schleimhäute aus, und die Stimmbänder werden stark beansprucht, da sie quasi „aneinander knallen“ beim Sprechen und Singen und nicht mehr geschmeidig durch die Schleimhäute „geölt“ werden.
    Die Faustregel ist: Schluckweise, über den ganzen Tag verteilt, ca. 1,5 bis 2 Liter trinken.

    Zählen Fruchtsäfte und Kaffee auch dazu? Jein. Die Idee, dass Kaffee dehydrierend wirkt, ist zwar wissenschaftlich mittlerweile entlastet; sicherheitshalber gönnst Du Dir zum Kaffee aber auch ein Glas Wasser. ;)

    Fruchtsäfte: Durch die Fruchtsäuren können die Schleimhäute angegriffen werden. Das klingt dramatisch, ist aber nicht weiter erwähnenswert, wenn man Durst nicht nur mit Fruchtsäften zu löschen versucht oder sie nicht direkt VOR einem „Sprechauftritt“ oder dem Singen trinkt.

    Tees: Je nach Teesorte muss man bedenken, dass jedes Kraut seine Wirkung hat! Beispiel Salbei: Wirkt desinfizierend, macht aber trocken.

    FAZIT: Wasser ist das Beste!
  2. Raumklima: Das Raumklima kann man natürlich nicht immer beeinflussen. Wenn man es aber kann, wie z.Bsp. im Home Office, Büro oder Unterrichtsraum, sollte man besonders in der Heizungszeit für ausreichend Feuchtigkeit und genügend Sauerstoff sorgen. (Kleine Luftbefeuchter und regelmäßiges Lüften können hier Abhilfe schaffen.)
  3. Häufiges Räuspern: Hast Du das Gefühl, dass Du Dich ständig räuspern musst, kannst Du ausprobieren, statt dem Räuspern zu gähnen, zu schlucken oder lieber zu husten. Auch sanftes Summen auf „m“ kann helfen. Wirklich!
    (Oft gewöhnt man sich das Räuspern auch einfach unbewusst über längere Zeit an - Du kannst mal bei Dir beobachten, wie oft Du das tun „musst“. Manchmal hilft, es sich auch bewusst zu verkneifen und stattdessen eben wie beschrieben zu gähnen, zu trinken, zu husten oder zu summen.)
  4. Bonbons: Es gibt wunderbare Lutschtabletten, die den Feuchtigkeitshaushalt der Stimme unterstützen. Unabhängig vom Grad der Beanspruchung, Heiserkeit oder Trockenheit der Stimme empfehle ich Dir in jedem Fall Isla Moos med akut (heißen auch: Isla Moos med hydro oder Isla Moos med voice). Diese Lutschtabletten befeuchten schön und lindern ggf. auch Schmerz. Wie bei Allem ist auch hier das richtige Maß zu beachten.
  5. Sanftes Warm Up: Die Stimmbänder sind Muskeln, d.h. sie dürfen sanft aufgewärmt werden. Kein Sportler würde unaufgewärmt trainieren!
    Du hast aber nicht viel Zeit oder keine Nerven für ein Warm Up? Das muss nicht aufwendig sein oder lang dauern, sondern kann ganz schnell gehen und ist eigentlich überall und ohne Hilfsmittel möglich. Wie das alltagstauglich (!) in 5 bis 10 Minuten geht, erkläre ich Dir HIER.
  6. Einfach mal nichts sagen. Wenn Du eine sehr beanspruchte Stimme hast, gönn` ihr einfach mal Ruhe in Form von Sprech- und Singpausen und schweige. ;)
  7. Achte auf eine harmonische Aufrichtung! Das entspannt den Kehlkopf und die Stimme.
    Wenn wir z.Bsp. viel sitzen, haben wir oft das Problem, dass unsere Schultern nach vorn fallen und der Hals und Kopf im Gegensatz dazu nach oben/ hinten „kippen“ - das nennt man eine überstreckte Halsposition. Dadurch sind der Kehlkopf und die Hals- und Nackenmuskulatur angespannt.
    Was hilft? Öffne Deine Schultern, richte sanft Dein Brustbein auf, bringe Dein Kinn ganz leicht Richtung Halsgrube, damit der Nacken länger wird, entspanne Deinen Unterkiefer, atme!
  8. Öffnest Du den Mund genug, bzw. artikulierst Du ausreichend deutlich?
    Zunächst: Vokale sind unsere Klangträger. Natürlich kannst Du auf einem stimmhaften Konsonant auch Sound transportieren, aber das ist viel weniger "Info" (und auch leiser) als im Vergleich zum Vokal.
    (Kannst Du direkt schnell ausprobieren: Mach´ ein stimmhaftes "f", dann ein stimmhaftes "a": Klare Sache!)

    Des Weiteren: Deine Mundhöhle ist ein Resonanz-, bzw. Klangraum, der bestimmt, wieviel Platz der Klang zum Schwingen hat. Physik.
    DU bestimmst durch die Öffnung, wie groß oder klein dieser Klangraum ist. Dementsprechend wird Dein Sound lauter und Deine Aussprache deutlicher, wenn Du den Vokalen mehr Raum zum Schwingen gibst. Probier` es doch einfach mal aus!

    Wichtig: NICHT mit der Stimme lauter werden, sondern einfach nur deutlicher, bewusster artikulieren und den Mund öfter weiter öffnen, bzw. den Unterkiefer locker lassen.
    Kleiner Test: Stell` Dich mal vor einen Spiegel und schau Dir mal zu, wie weit Du DENKST, dass Du öffnest und wie weit Du den Mund dann aber wirklich öffnest. (Dazu zuerst etwas sagen oder singen und zu Beginn NICHT in den Spiegel; währenddessen dann erst in den Spiegel schauen.)
    Naa, überrascht? Der Mund ist nämlich garnicht allzu weit geöffnet, richtig? ;) 
  9. Sprichst oder singst Du mit (zu viel) Druck oder Kraft?
    Oftmals hat Heiserkeit auch schlicht mit einem Dysverhältnis von Über- oder Unterdruck der Stimmlippen-Tätigkeit zu tun. Zu viel Druck oder Kraft überfordert unsere Stimmbänder, die als zwei kleine Muskeln gaaaaanz fein abgestimmt arbeiten und sofort auf Druckveränderung reagieren! (Im Positiven wie im Negativen.)
    Will sagen: Über längere Zeit permanent zu viel Druck = Ermüdungserscheinungen, Heiserkeit, Trockenheit etc.

    Tipp: Beobachte doch mal ein paar Tage ganz bewusst, wie sich das Sprechen oder Singen für Dich WIRKLICH anfühlt!
    Verwendest Du Druck? Ist es anstrengend? Passiert das nur in bestimmten Situationen oder Stimmlagen? "Pushst" Du aus dem Hals raus? Drückst Du?

    Wahrscheinlich kannst Du nach ein paar Tagen ein kleines Muster entdecken und damit beginnen, dieses Muster aufzulösen, indem Du z.Bsp.:
    - grundsätzlich langsamer sprichst (!) und bewusst Pausen einbaust, die mindestens zweimal länger sind als Du sie sonst immer gemacht hast
    - ausreichend atmest; also immer mit genügend Luft versorgt bist, die ja unsere Stimmbänder in Schwingung versetzt
    - Tipp 8 anwendest
Sehr gern helfe ich Dir auch ganz individuell mit weiteren Übungen dazu!

PS: Sollte Heiserkeit bei Dir grundsätzlich vorhanden sein oder auch mit den genannten Tipps nicht weniger werden oder verschwinden, macht es absolut Sinn, eineN Facharzt/-ärztin für Phoniatrie (Stimmheilkunde) aufsuchen, der/die dann checkt, ob es eine anatomische Ursache für die Heiserkeit gibt, wie z.Bsp. unzureichender Stimmbandschluss etc..
Auch LogopädInnen bieten therapeuthische Lösungen für Störungen und Erkrankungen im Bereich Stimme.

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